Am nächsten Morgen ging es mit neuer Route, bewölktem Himmel
und einer Menge Aufregung wieder auf die Straße, schließlich ging es jetzt in
den hochgelobten Jasper National Park, die Unverhofftheit dieser Begegnung
hatte uns vorher noch nicht wirklich Zeit gegeben, über unsere
Rockies-Überquerung nachzudenken. Wir vermuteten, dass die nächsten Tage
relativ anstrengend werden. Zwar hatten uns alle Leute gesagt, dass sich die
Straßen sinnigerweise an den Tälern orientieren, ganz ohne Hügel kommen die
meisten Passstraßen aber nicht aus.
Svens Hinterrad wurde schon am Vorabend ausgetauscht, ist
wegen der Arbeitszeit günstiger als nur zwei Speichen auszutauschen. Außerdem
waren bestimmt mehr als fünf ziemlich ramponiert, das gibt einem nicht
unbedingt ein gutes Fahrgefühl. Wir gingen zum gleichen Fahrradladen, in dem Sven
am Mittag den Sattel bekommen hatte, alte Bekannte sozusagen, es war nicht viel
los und so war das Nishiki-Rad innerhalb einer Stunde wieder einsatzbereit.
Der Highway war leer wie eh und je, zwar wurden die RVs [Anm.: "recreational vehicle"; Wohnmobile] merklich mehr, die Trucks blieben aber konstant wenig, der Seitenstreifen schön
breit, man konnte also das Panorama, auf das man zufuhr, in vollen Zügen
genießen. Mittag machten wir bei einer kleinen Brauerei am Straßenrand und
genossen von der Biergarten-Terrasse die Aussicht, bevor es tiefer in die Berge
ging. Links und rechts von uns wurden innerhalb eines Kilometers aus Hügeln
schroffe Felsgebilde, die sich zum Himmel reckten. Blaugraue Flüsse rauschten, gespeist
von Massen an Schmelzwasser, durch das Tal und ihre Unberührtheit raubte einem
den dringend benötigten Atem. Wirklich steil ging es nie bergauf, eher eine
sanfte Steigung, die sich über Kilometer zog, alles in allem ein angenehmes
Fahren. Am Abend rollten wir auf einen kleinen abgeschiedenen Platz, den man
über fünf Kilometer asphaltierte Nebenstraße erreichte. Wir waren erschöpft und
obwohl das Wetter gut war, verzogen wir uns aufgrund der Moskitos schnell ins
Zelt. Unsere Essensutensilien konnten wir diesmal in einem bärensicheren
Container unterbringen und uns das Aufhängen sparen. Überall hingen Bilder und
Schilder, die darauf hinwiesen, dass man jetzt in Bearcountry sei und seinen
Zeltplatz sauber und sein Essen nicht unbeaufsichtigt lassen soll. Für uns
Runduminformierte natürlich keine Neuheit, im Gegenteil.
Wir hatten uns nach Edmonton auf Bären eingestellt, als wir
dann aber Leute vor Ort nach welchen fragten oder wie es um die Sicherheit
unseres Essens bestellt war, ernteten wir häufig überraschte Blicke. "I
didn't see any bears here" oder "There are bears in this area?"
waren die wohl häufigsten Antworten. Hier in Jasper schien es jetzt endlich
Ernst zu werden, wir hatten Lust, unser ganzes Wissen und Equipment
auszutesten.
Der Abend verlief ruhig und da wir aufgrund der Mücken (die
hier um einiges größer sind als bei uns zu Hause) bereits so früh im Zelt
saßen, gabs auch nicht mehr viel zu tun.
Am nächsten Tag sah das Wetter nicht besonders umwerfend
aus, aber wir waren nicht weit von Jasper entfernt und uns vom Wetter aufhalten
lassen wollten wir nicht, also schnell Sachen zusammengepackt und los. Auf
dieser Tour haben wir zum zweiten Mal unsere Actioncam während einer Fahrt
ausprobiert. Beim ersten Mal hatten wir sie am Lenker positioniert gehabt,
wodurch man jeden kleinsten Huckel mitbekommen hatte, außerdem hörte man eher
die Reibung der Reifen am Boden, als dass man die vorbeirasenden Autos, oder
unsere Stimmen vernahm.
Dieses Mal haben wir sie am Helm befestigt und versuchten,
die Berge ringsherum drauf zu bekommen. Das sah alles so überwältigend aus, wie
man als kleiner Mensch sich inmitten dieser gewaltigen Natur fortbewegte.
Heute war Jasper unser Ziel. Wir hatten auch schon einen
Campingplatz ausgemacht, der leicht südlich von Jasper liegt.
| Let's goooo |
Da wäre zunächst Maps.Me:
Eine offline Karten-App. Ist auch weltweit einsetzbar.
Ziemlich praktisch, um seinen Weg zu finden, wenn man mal kein Internet hat und
der Straßenatlas (wie bei uns) etwas zu ungenau ist. Mittlerweile brauchen wir
sie eher, um Entfernungen abzuschätzen als für die Navigation, schließlich
gibts hier oben nicht mehr sooo viele Straßen, auf denen man sich verfahren
könnte. Die App kennt auch viele Läden oder größere Geschäfte, zum Aufspüren
von Supermärkten also auch der Renner!
WikiCamps CA:
‘ne App für Campingplätze. Hat einen Haufen
Filterfunktionen, über Wifi, Trinkwasser, Preis etc. lässt sich so ziemlich
alles Wissenswerte rein- bzw. rausfiltern. Eigentlich erklärt das schon
alles...
Canada weather:
Eine Wetterapp für Canada. Bringt eigentlich sehr viel,
außer man ist in Alberta, da weiß der Wetterdienst auch nicht, was passiert.
BCWildfires:
Eine Waldbrand-App. Manche Leute hier sagen, es ist das
ganze Jahr über Waldbrandsaison. Manche Feuer schwelen über Jahrzehnte im humusreichen
Waldboden und lassen sich nicht löschen, andere kommen jeden Sommer dazu. Zwar
wird bei uns eine Routenänderung schwierig aufgrund des spärlichen
Straßennetzes, aber wir können uns mental etwas darauf vorbereiten. Außerdem
gibt sie Warnmeldungen aus, wenn Atemprobleme bei zu starker Rauchentwicklung auftreten
können.
Auf unserer Route nach Jasper haben wir auch immer wieder
Schilder gesehen, die darauf hinweisen, dass hier Bäume gezielt gefällt oder
auch "kontrolliert" abgebrannt werden, um die Waldbrände zu schwächen
und wir haben auch immer wieder Bäume gesehen, die stark geschwärzt waren –
hier hat es also bereits gebrannt.
Nach einigen Kilometern, bevor wir in Jasper ankamen, haben
wir eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Ein Radfahrer kämpfte sich uns
entgegenkommend den Berg hinauf. Das war der zweite Radfahrer, den wir auf
unserer Tour gesehen haben. Von weitem haben wir Gewitterwolken wahrgenommen,
die sich erbarmungslos auf die Stadt zu bewegten und an den riesigen Berghängen
bereits ausregneten. Das Blitzlichtgewitter war schon was fürs Auge, aber wir
entschieden uns, in Jasper ein Restaurant aufzusuchen, in dem wir das Unwetter
vorbeiziehen lassen konnten.
Im Restaurant haben wir uns auch einen Cocktail in
Pitchergröße bestellt: Milch, Kalua, Cola und Rum (klingt komisch, schmeckte
hervorragend).
Tatsächlich kam nicht ein Regentropfen vom Himmel. Das
Unwetter zog knapp an Jasper vorbei.
Jasper ist schon ein hübsches, kleines Städtchen, allerdings
auch ziemlich touristenüberflutet – nicht ganz unser Geschmack. Trotzdem etwas
neues, da wir abgesehen von den großen Städten in denen wir waren, noch nicht
so viele Leute auf einem Haufen gesehen hatten – und dabei hat die
Sommerssaison noch lange nicht begonnen.
Wir hielten uns aber nicht länger als nötig in Jasper auf,
kauften noch ein und machten uns auf den Weg zum Campingplatz. Auch dieser
Campingplatz war deutlich besser besucht, als alle anderen auf denen wir bisher
waren. Die Campingplätze in Kanada sind schon anders, als die, die wir aus
Europa kennen. Riesige Flächen und zwischen den einzelnen Plätzen war reichlich
Freiraum, so dass man recht ungestört war, auch wenn die Nachbarn Musik hörten
oder ähnliches.
Unser Campingplatz war einer von sechs weiteren, die alle in
einem Kreis angelegt waren. Innerhalb dieses Kreises haben wir noch einen
Camper mit Fahrrad und Zelt gesehen – der einzige in unmittelbarer Nähe.
Als wir unser Lager eingerichtet hatten und uns in der Sonne
wärmten (es wurde endlich wärmer!), haben wir Kontakt mit unserem Nachbarn
geknüpft. Wir haben Mark zu uns eingeladen, falls er den Abend nicht alleine
verbringen möchte. Am Abend kam er und brachte reichlich Feuerholz mit. Mark
kommt aus Brandenburg und ist den Westcoasttrail in vier Tagen gelaufen. Der
Westcoasttrail verläuft an der Westküstenseite von Vancouver Island.
Er ist schon seit einigen Monaten unterwegs. Eigentlich eher
mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, aber das Fahrrad hat er sich ausgeliehen,
um die nähere Umgebung besser erkunden zu können. Es gibt hier einige Wander-
und auch Radwege, die alle kreuz und quer durch den Jasper Nationalpark führen.
Er hat jetzt noch einen weiteren Monat, den er in Kanada verbringen möchte. Dann
wird er seinen Vater an der Ostkünste der Verinigten Staaten abholen und noch
einen weiteren Monat mit ihm im Camper verbringen. Dann hat er die sechs Monate
vollgemacht. Der zwanzig Jahre junge Mann erwies sich als geübter Feuerteufel.
Mit seiner Axt haute er gute Holzscheite und sein ganzes Vorgehen wirkte
äußerst professionel – macht er zu Hause tatsächlich viel, campen und angeln.
Wir haben Karten gespielt ("Flex das Strandspiel")
und uns viel unterhalten. Es war ein schöner Abend und es machte wie immer Spaß,
sich mit Leuten über die Touren, die man unternimmt, zu unterhalten und die
unterschiedlichen Eindrücke in sich aufzunehmen.
Am frühen Abend fuhr noch ein Radfahrer auf den Campingplatz
und bog in unseren Zeltkreis ein – ein neuer Nachbar.
Wir haben den ganzen Tag darüber gewitzelt, wie lustig es
wäre, wenn wir Daniel noch einmal wiedersehen würden – der Kerl, den wir auf
Nojack vor einigen Tagen getroffen hatten und den wir direkt in unser Herz
schlossen. Er wollte ursprünglich diese Route durch Jasper nehmen und wir wären
eigentlich gen Norden Richtung Dawson Creek gefahren, da sich aber nun unsere
Route geändert hatte, bestand Hoffnung auf ein Wiedersehen – wenn auch nur mit
winziger Wahrscheinlichkeit. Bei den meisten Menschen (um nicht zu sagen allen)
gehen wir davon aus, dass wir sie nie wieder sehen werden.
Als Daniel auf den Platz gefahren kam, haben wir gejubelt
und ordentlich Welle gemacht. Wie geil war das denn?! Er schien auch sehr
überrascht, ebenso wie Mark "Ihr kennt den Typen?". Als Daniel zu uns
an den Tisch kam sind wir uns ganz selbstverständlich in die Arme gefallen. Eigentlich
haben wir mit diesem Menschen nur 30 Minuten vor ein paar Tagen auf einem
abgelegenen, verlassenen Campingplatz (ihr erinnert euch? Die 23 Tische mit dem
Namen NoJack?) geredet und nun begrüßen wir uns hier, als ob wir uns schon seit
Jahren kennen würden.
Was für ein herzlicher, lockerer Mensch das einfach ist. Wie
unbekümmert dieses Lachen und wie ungreifbar ehrlich diese Umarmung war. Wir
haben dann aber nicht viel geredet, er hatte noch Kram zu erledigen. Aber
dieser Moment der Begrüßung war Gold wert. Noch besserer Laune haben wir den Abend
und die Nacht dann weiter mit Mark verbracht.
Der nächste Morgen begann mit Regen und wir waren nicht
sicher, wie lange dieser anhalten könnte. Da um 11 Uhr morgens Checkout war (in
Alberta war es meistens 14 Uhr), hatten wir nicht viel Zeit, um zu warten und
zu überlegen. Wir entschieden uns also, noch eine weitere Nacht hier auf dem
Campingplatz zu verbringen. Gegen 12 Uhr mittags hörte der Regen auf und der
Himmel erstreckte sich wie eine riesige blaue Decke über unseren Köpfen.
Wir hätten also doch fahren können, aber das Wetter ist hier
so unglaublich unberechenbar, dass wir lieber auf Nummer sicher gehen. Und wir
haben ja auch Zeit.
Haben am zweiten Tag auf dem Platz viel geschrieben. Blog
und DnD Stuff – da freuen wir zwei uns auch schon drauf, wenn wir nach
Deutschland zurückkehren. Pen and Paper ist schon eine extrem geile Sache.
Ab Nachmittag kam Mark wieder rüber und wieder verbrachten
wir einen wunderschönen Abend bei warmen Lagerfeuer. Leider haben wir an beiden
Tagen versäumt, mit Mark ein Foto zu schießen.
Am nächsten Morgen haben wir Daniel noch verabschiedet (Mark
war seit sechs Uhr auf Tour) und haben uns weiter Richtung Westen begeben: TêteJaune Cache sollte das Ziel sein.
Auch wenn der Weg durch die Rockies wesentlich angenehmer zu
fahren war, als wir vorerst gedacht hatten (sagen wir, als Sven sich gedacht
hat, Linus hat sich gar nichts gedacht), mussten wir noch einen Zwischenstopp
bis Tête Jaune Cache einlegen. Das taten wir dicht hinter der Grenze zu British
Columbia auf dem Campingplatz Lucerne. Neben der Zeitumstellung (nun haben wir
9 Stunden unterschied zu Deutschland), hat sich auch die Natur fast schlagartig
verändert. Die Bäume wurden größer und dicker, die Pflanzenvielfalt schien
zuzunehmen und auch die Tierarten veränderten sich. In Lucerne ist uns ein
richtig fettes Insekt aufgefallen, dass wie ein Minihelikopter an unseren
Köpfen vorbeiraste. Ach Moment mal, das war gar kein Insekt: Das war ein
Kolibri!
Der Campingplatz war direkt an einem See gelegen und wir haben
schöne Stunden an dessen Strand verbracht. Direkt dahinter riesengroß eine
Gebirgswand – so umwerfend.
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Als wir am nächsten Morgen frühstückend an unserem Tisch
saßen, tauchte 30 Meter entfernt ein Elch aus dem Wald auf. Das flauschige
Geweih, welches sich die Männchen im Frühjahr zulegten, war noch nicht sehr
gewaltig, aber dennoch wirkte das Tier immens groß. Der Elch bewegte sich auf
uns zu und graste den Löwenzahn am Wegesrand ab. Er kam so dicht, dass, wenn
Linus es drauf angelegt hätte, er ihn hätte streicheln können. Erst haben wir
die Situation angespannt beobachtet, aber der Elch schien ruhig, also wurden
wir es auch. Haben ihn einfach nur beobachtet, wie er bestimmt zehn Minuten
durch unser Camp trottete, bis er wieder im Wald verschwand.
Die Männchen sind erst im Herbst aggressiv, dann, wenn es
zum Paarungskampf kommt. Im Frühjahr sind es eher die Weibchen, die ihre Jungen
beschützen – Mark musste zum Beispiel vor einer Elchkuh flüchten.
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Letztlich kam ein Auto angefahren, ließ den Motor laut
aufheulen und vertrieb den Schwarzbären ins Gebüsch. Wir ließen uns noch eine
Minute Zeit, bis wir losfuhren und machten ordentlich Lärm – machten wir
ohnehin die ganze Zeit, aber seit diesem Moment in noch kürzeren Intervallen.
Vom Bären haben wir nichts mehr gesehen, aber wir waren
irgendwie happy, doch noch einen zu Gesicht bekommen zu haben – auf so sichere
Distanz zumindest was Schönes.
Am späten Nachmittag kamen wir dann ziemlich abgehetzt in
Tête Jaune Cache an. Es war eigentlich nur eine Kreuzung, also gar kein
richtiges Örtchen. Es gab hier keinen Supermarkt, keinen Kiosk oder sonst
etwas, wo man sich hätte Nahrung kaufen können. Aber der Campingplatz war wohl
der Schönste, auf dem wir bisher waren. Es war ruhig, das alte Ehepaar, welches
den Laden hier schmiss, war einfach ein Träumchen und wir durften unser Zelt direkt
am Flussufer aufschlagen.
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| Camp bei Tete Jaune Cache |
Wir genossen es einfach, über die Rockies und aus Alberta
raus zu sein. Nicht dass es weiter im Osten nicht schön gewesen wäre, aber
innerhalb der letzten zwei Tage hat sich die Durchschnittstemperatur um gefühlt
10°C erhöht und die Pflanzenwelt sah so aus, als ob das schon ein bisschen
länger so war. Zwischen den Rockies und den Kariboo Mountains, am gurgelnden
Fluss mit zwitschernden Vögeln und Sonne satt, ließ es sich aushalten. Bevor
wir einschliefen, beschlossen wir, einen Tag länger zu bleiben. Den extra
Rasttag nutzten wir hauptsächlich zum Blogschreiben und Wäschewaschen, während
wir von Campingbank zu Campingbank über den relativ leeren Campingplatz
wanderten, um im Schatten zu bleiben. Außer uns und dem Pärchen aus den
Niederlanden stand noch ein anderer Camper auf dem Platz. Linus ist irgendwann
die Wäsche holen gegangen und war ziemlich lange weg. Kam nach 45 Minuten
wieder und meinte, er hätte sich mit einem älteren Herrn verquatscht. Es ging
um die Tour, aber auch um Kanada, das Reisen und Hunde. Er ist Hundetrainer und
durchreist die Welt mit seiner Frau, um an Hundeturnieren und Tests
teilzunehmen. Sie schießt für Magazine professionelle Fotos vom Wildlife. Linus
gab ihm seine Mailadresse, so dass wir einen Link zu den Fotos zugeschickt
bekommen – super herzliche Leute.
Als der Abend näherkam und die alltäglichen
Abendbrotüberlegungen angestellt wurden, kamen wir zu dem Schluss, dass wir
nicht so wahnsinnig Bock auf Reis oder Tortillas haben, unsere Reiseverpflegung
seit Calgary. Der nächste Ort, Valemount, war ca. 22km weiter südlich, ohne
bepacktes Rad in einer Stunde erreichbar. Sven machte sich also voller
Vorfreude auf den Weg, begeistert sein Rad mal richtig "auszufahren".
Zwei Stunden später standen 45km mit 27 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit auf
dem Tacho (Sven: War richtig geil!) und zwei große Subway-Sandwiches auf
dem Tisch.
Wir hatten uns gerade daran gemacht, reinzuhauen, als Dale,
der Hundetrainer, und seine Frau (ihr Name fällt uns ums Verrecken nicht mehr
ein) mit vier Plastikpintchen, Eiswürfeln und einem Bourbon zu uns kamen und
sich dazu setzten, sie hatten sich bei Linus angekündigt. Wir quatschten noch
den halben Abend über Kanada, Deutschland (die beiden waren schon ein paar mal
dagewesen und ziemlich begeistert) unsere Tour und alte Reisegeschichten von
den beiden. Dale feierte es einfach, sich mit anderen Leuten auszutauschen und
zu quatschen, einfach ein super netter und gesprächiger Kerl. Später luden sie
uns noch auf diverse Biere aus der lokalen Brauerei in Valemount ein, Craftbeer
ist hier echt ne große Sache, fast überall scheint es sogenannte Microbreweries
zu geben.
Hier wollen wir nochmal anmerken, dass die Beschreibungen
unserer Begegnungen im Blog, den Begegnungen meist nicht gerecht werden. Es ist
immer etwas schwer, das Ganze in Worte zu fassen, ohne auszuufern, was ziemlich
leicht passiert. Am nächsten Tag schossen wir noch Fotos mit den beiden
Hundefans und verabschiedeten uns von Angela und Lars, die vier haben uns einen
unvergesslichen Tourenabend beschert.
[Anmerkung: Die Route der beiden von Calgary bis Tête Jaune Cache. (Klick!) Auf dieser Darstellung ist das Stück der Route von Hinton bis zum Ort der Fahrradpanne zu sehen (einige Kilometer hinter Greg Lake Campground), das dann letztendlich zur Änderung der Route über Jasper und Tête Jaune Cache führte. Ich hoffe, das so korrekt rekonstruiert zu haben ...]



Hallo lieber Linus, hallo Sven,
AntwortenLöschenbewundernswert eure Ausdauer und Einfallsreichtum, bei Pannen und Schwierigkeiten!
Beneidenswert eure Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen und dem einmaligen Panorama der Rockies,speziell auch des Jasper Nationalparks. Wish I was there!!!
Danke für die vielen Stunden, die ihr den Blogschreiben widmet. 💕
Danke auch Peter für die langen Korrekturstunden, bevor er den Blog uns allen zum Lesen überlässt.