Kurz vorab: Wir haben uns überlegt wie wir den Blog letztlich schreiben wollen. Von „Ich“ zu schreiben, ist etwas problematisch, da wir ja zwei Personen sind. Also gibt es einen allgemeinen Erzählerteil. Eigene Gedanken schreiben wir kursiv und kennzeichnen irgendwie, von wem die Gedanken sind.
Heyho ihr alle!
Als wir im Flugzeug nach Toronto saßen, legte sich der Stresslevel etwas, alles hatte gut geklappt, wir waren zuversichtlich, dass das für den Tag auch so bleiben sollte. Das Gefühl fand Bestätigung, sodass wir, nach einem Umstieg, ohne Zwischenfälle in Calgary landeten. Unsere Grenzbeamten waren ganz freundlich, etwas Smalltalk, was so unsere Pläne sind, wie wir das bezahlen wollen und ob wir irgendwelche Verpflichtungen in Deutschland hätten, zu denen wir zurückkehren müssten. Linus' Typ war bei der Frage etwas hartnäckiger, anscheinend war die Aussage „Ich muss nicht arbeiten, ich hab frei!“ nicht das, was er erwartet hatte, aber nach ein paar Wiederholungen und Kopfschütteln ließ er Linus dann doch durch.
Erster Eindruck: Es ist kalt! Kälter zumindest als in NYC. Und kleiner als NYC ist's auch. Den Shuttlebus Richtung Stadtzentrum haben wir schnell gefunden und gute 30 Minuten später standen wir vor unserer Airbnb Adresse. Problem: Unsere Gastgeberin war nicht da. Der letzte Informationsaustausch zwischen uns war schon eine Weile her und Sven war sich auch nicht wirklich sicher, ob er sie von unserer Flugänderung (der Flug wurde um mehrerer Stunden vorverlegt) unterrichtet hatte. Er brach dann auf der Suche nach Internet Richtung Tim Hortons auf, während Linus mit den Klamotten bei dem Haus blieb.
Sven:
Der Weg zum Tim Horton war eigentlich nur der Weg zurück zur Bushaltestelle. Während der Fahrt hab ich mich beim Busfahrer nach unserer Haltestelle erkundigt, die Straßeneinteilung war etwas verwirrend, zumindest konnte ich mit 3511 1 ST NE noch nicht so richtig was anfangen. Er meinte nur die ganze Zeit, wir sollen beim Tim Hortons aussteigen. Beim Fastfoodladen angekommen, ereignete sich eines jener, mir gut bekannten Gefechte zwischen mir und meinem Smartphone, aus dem das Smartphone wie so oft als Sieger hervorging. Also kein Internet, das Anmelden im Netzwerk hat, warum auch immer, nicht funktioniert, gleiches beim Drive In auf der anderen Straßenseite. Also erfolglos wieder zurück, den Gedanken im Hinterkopf, dass Linus wahrscheinlich einfach wieder irgendwen aufgegabelt hat, der uns weiterhilft, so war's zumindest auf der letzten Tour...
Linus:
Ich saß auf der Treppe, über die der Wind hinwegpeitschte. War alles ziemlich unangenehm und sollte Sven nun niemanden erreichen, haben wir wie immer kein Internet, um irgendwas zu finden, wo wir uns aufhalten können. Und mit dem ganzen Krempel kilometerweit durch die Stadt zu irren, ist bei den Temperaturen auch nicht geil. Sven war noch nicht zurückgekehrt, da kam ein Auto die Einfahrt raufgefahren. Saß 'n Typ am Steuer. Also unwahrscheinlich dass es unsere Gastgeberin war. Er stellte sich als John vor und wohnt unter Lauren (so hieß sie also). Er war sehr aufgeschlossen und bot mir direkt an, das gesamte Gepäck hinten in den Kellerraum zu stellen. Dann lud er mich nach unten in seine Bude ein. Er hatte, glaub ich, sieben E-Gitarren rumstehen und die Wände mit Poster behangen. Clockwork Orange, Pulp Fiction, Sopranos, 7 Psychos usw usw. Filme und Musik also. Stundenlanger Gesprächsstoff war geboten.
Wir quatschten allerdings hauptsächlich über Calgary. Er erklärte mir, was es alles zu sehen gibt und was wir uns angucken sollen.
Ich hab die Zeit bei ihm tatsächlich etwas vergessen und so meinte ich zu ihm, dass ich mich oben an die Straße stellen sollte – Sven hat ja schließlich keine Ahnung, wo ich bin.
Er kam mit raus und leistete mir Gesellschaft. Es verging keine Minute, da tauchte Sven auf. Er hatte leider niemanden erreicht. Gut, dass ich Glück in der Zeit hatte.
John hat uns beide dann nochmal mit in seine Bude genommen, noch mehr Tipps gegeben, Routen zum nächsten Supermarkt rausgesucht und uns unser erstes Bier auf kanadischem Boden ausgegeben. Da wir kein Essen dabei hatten (wir mussten das meiste vor dem Flug aufgrund der Einfuhrbestimmungen aufessen) machten wir uns auf den Weg zum SaveWay Markt, um unsere Vorräte aufzufrischen. Als wir zurück waren, war Lauren auch am Start und konnte uns reinlassen. Sie ist Mitte dreißig, Grundschullehrerin und vermietet neben unserem Zimmer noch ein zweites, dass von Olaf und seinem Hund belegt ist. Von ihm haben wir bisher noch nicht so viel mitbekommen.
| Sven, Lauren, Linus |
| Unser Raum bei Lauren |
Geplant war nun, am Donnerstag noch unser ganzes Equipment sowie die Räder zu besorgen und dann am Freitag morgen aufzubrechen. Das ging Donnerstag morgen auch vielversprechend los. Auf dem Weg nach Calgary Downtown, wie immer zu Fuß, kamen wir nach fünf Minuten an einem Radladen vorbei. Vor dem Laden rangierte ein Typ mittleren Alters mit langen, dunkelblonden Haaren im T-Shirt gerade zwei Fahrräder um. Wir fragten ihn ob er hier arbeite und nachdem er das bejahte, gaben wir ihm einen kurzen Umriss unserer Tourpläne. Mike arbeitet die meiste Zeit alleine in seinem Laden und macht alte Japanische Touren- und Rennräder flott und repariert das, was die Leute ihm bringen. Er war sofort bei der Sache und meinte, er könne uns bis Sonntag zwei Räder zusammenstellen. Nach kurzer Rücksprache schlugen wir ein, er zeigte uns direkt ein paar Rahmen und Sättel, nahm noch Maß und gab uns seine Karte. Ein unglaublich begeisterter und netter Typ.
| Mikes Laden |
Nachdem wir uns unsere Fahrräder also in Auftrag gegeben hatten ging's weiter Richtung Zentrum. Schon von weitem konnte man durch die Straßen die Wolkenkratzer sehen, ein weiterer Unterschied zu New York City.
Allerdings fehlt Calgary die hektische Aura, die gefühlt über ganz New York City lag. Weniger Leute auf den Straßen, freundliche Autofahrer und einfach ein in der Größe überschaubareres Stadtzentrum machen das durch-die-Stadt-schlendern echt einfach. Auch die Reizüberflutung war hier nicht so hoch. Eigentlich sind wir ziemlich planlos in die Stadt reingestolpert. Wir haben eine Touristeninformation oder ähnliches gesucht, wussten aber überhaupt nicht wo wir anfangen sollten. Gut dass wir auf der Centre Street unterwegs waren, die geradewegs auf den „Calgary Tower“ zusteuerte. Das ganze sah zumindest nach ner Attraktion aus, die sich Touris anschauen. Da finden wir bestimmt Rat. Drinnen konnte uns aber niemand helfen. Alle waren nur für den mickrig kleinen Tower verantwortlich, der inmitten der ganzen Wolkenkratzer ziemlich verloren wirkte und von dessen Dach man sich für etliche Dollar die Wände anschauen durfte, die sich ringsherum auftürmten. Der war gerade mal um die 20 Meter hoch. Winzig!
Daraufhin sind wir durch die Innenstadt geirrt, haben uns etwas umgeschaut und Leute gefragt. Ein Stadtbeamter, auf dem Weg zur Arbeit, nahm uns mit ins Rathaus, wo wir alles bekommen sollten.
Die „Information“ in dem wirklich beeindruckenden Gebäude war allerdings unbesetzt – der Raum neben den gläsernen Fahrstühlen sollte unser Ziel sein.
Die Glasscheibe in der Wand verriet uns, was wir in jenem Raum finden sollten. Vier Security Angestellte. Hatten wir richtig Bock drauf. Haben uns tatsächlich angeschaut und überlegt, ob wir hier wirklich richtig sind. Geht halt nur mit Nachfragen, also rein.
Ihr Redensführer war ein total charmanter Kerl. Er war sehr interessiert an unserer Tour und gab sich allerbeste Mühe, uns in Calgary ein paar wirklich nette Spots zu nennen, die wir sehen sollten, bevor wir abreisen. Außerdem gaben die Leute uns Auskunft wo wir den nächsten MEC-Store finden (die Outdoor Läden hier in Kanada – in Deutschland kennen wir nichts Vergleichbares). Er meinte auch, dass wir dort alles relevante über Bären, Wölfe, Koyoten, Wetter und Outdoor Camping in Erfahrung bringen können. Der Security Typ lebte selbst in British Columbia und hatte seine Erfahrungen mit Bären. Dort gibt es sie viel häufiger, als in Alberta. Und British Columbia war unser Reiseziel, also mussten wir vorbereitet sein.
Außerdem ließ fast niemand seine Bärenbegegnungsgeschichten und Wissenstipps aus, die sie im Umgang mit Bären hatten. Wir wurden sogar von einem Ladenbesitzer vor Krokodilen gewarnt, die in den nördlicheren Regionen leben sollen. Einige waren von unserer Tour sogar leicht erschrocken. Als sie dann herausfanden, dass wir mit dem Fahrrad fahren und auch nur zu zweit und in keiner Gruppe, waren sie sogar noch besorgter. Andere fanden es aber auch einfach nur geil: „This is how you should spend summertime“.
Mit neu erworbenem Wissen haben wir uns erstmal aufgemacht zur Bibliothek. Wissen muss schließlich geteilt werden. Die Bibliothek wurde vor 6 Monaten neu aufgemacht und war ein phänomenales Bauwerk. Wir waren oft überrascht von der Innenarchitektur der Calgary Bauten.
| Die Bibliothek in Calgary |
Ansonsten haben wir uns noch das Studio Bell angeschaut auf Empfehlung der Security (haben von ihm sogar 'nen Gutschein bekommen). Ein sehr modernes Musikmuseum, was uns sehr an das „Universum“ in Bremen erinnerte. Es gab viele Dinge zum selbst ausprobieren, aber auch zum lesen, Videos schauen, anderen Menschen beim Musizieren zuschauen – es waren wunderschöne Stunden. Ein Typ hat an einer Theaterorgel gespielt. Es füllte mit allen Teilen einen 30m² großen Raum. Er spielte uns auf dem Instrument den Soundtrack von Game of Thrones vor (mit allem: Percussion, Seiteninstrumente, Blasinstrumente, alles vernetzt an einem Gerät), das Pianostück von Davy Jones aus Fluch der Karibik, die Simpsons... der Typ war eine Ein-Personen Band.
| Wir im Studio Bell |
Dann haben wir noch eine Stunde lang einem Chor gelauscht. Teilweise Cover von Queen, Beatles oder den Stones und selbst erprobte Stücke.
Wir waren jeden Tag in der Innenstadt und mussten aufgrund der Wetterlage weitere Nächte bei Airbnb buchen. Am Samstag sollte es schneien und nachts in die Minusgrade gehen. Kein schönes Aufbruchwetter. Also buchten wir nochmal bis Montag nach. Wurde letztlich aber auch nötig, da unsere Räder erst am Sonntag Nachmittag fertig werden sollten.
| Kälte ... brrr... |
Außerdem sind wir dank Stefan (Ein Freund aus Bielefeld) auf den Geschmack kanadischen Bieres gekommen, da er Lust hätte, ein paar der in Deutschland so seltenen Kronkorken in die Hände zu bekommen. Also werden viele unterschiedliche Biere probiert. Wirkliches betrinken ist das nicht, das Bier ist hier viel zu teuer.
| Kanadische Bierspezialitäten |
Kommen wir noch zu einigen für uns wichtigen Dingen, die hier in Calgary passiert sind.
Der Mec Store war ein totales Highlight. Nicht nur, dass er wahnsinnig gut ausgestattet, top besucht und spannend teuer war, haben wir hier die Informationen bekommen, auf die zumindest Linus die ganze Zeit pochte: Wie sieht das mit den bekackten Bären aus?!
Da wir uns vor unserer Reise kaum informierten, war jede Info eigentlich eine Überraschung.
Im Mec Store haben wir nach einem Profi für unsere Sache verlangt. Wir wurden über unseren mehrstündigen Aufenthalt von... 5? 6? vllt auch 9? Personen beraten. Die Leute nahmen unsere Sache sehr ernst.
Falls jemand von euch mal in Bärengebiet unterwegs ist, hier die nützlichsten Fakten:
In den allermeisten Fällen wollen Bären keinen Kontakt zu Menschen. Es empfiehlt sich laut zu sein, sodass Bären schon von weitem die Flucht ergreifen können und es gar nicht erst zu einem Kontakt kommt. Die meisten „schlechten“ Situationen entstehen, wenn der Bär keine andere Wahl sieht, aus einer bestimmten Situation herauszukommen.
Am öftesten gehört und von allen Seiten bestätigt bekommen haben wir die Info: Komm niemals zwischen eine Bärenmutter und ihre Jungen!
Außerdem soll man nichts aus dem „Haus“ des Bären entwenden. Keine Beeren, keinen Fisch, nichts was dem Bären als Nahrung dienen könnte.
Wenn man draußen campiert, soll man die Essens- und Kochstelle ca. 100 Meter entfernt des eigenen Schlafplatzes aufbauen.
Alles was riecht (Essen, Besteck – auch abgewaschenes, Zahnpasta, Deo, Shampoo, Becher, Getränke, Klamotten, die man beim Kochen trug usw usw. ) gehört in einen Bärensack, oder eine Bärenbox. Diese werden an einem Seil befestigt und um einen ca. 4m, 5m hohen Ast geworfen. Der Ast sollte hoch genug sein, sodass ein Braunbär (zb. Grizzly – sie lieben Täler) ihn nicht erreichen kann und dick genug, sodass ein Schwarzbär (insane(ly) smart – sie lieben Wälder) den Ast nicht mit seinem Gewicht zum einbrechen bringt und dann unten dran kommen kann. Außerdem sollte das Paket auch vom Baumstamm weit genug weg hängen. Schwarzbären sind gute Kletterer – sollen hier im Norden sogar gelernt haben, Autos zu knacken.
Bärensack und Bärenbox gehören auch weit weg vom eigenen Schlafplatz aufbewahrt.
Im eigenen Zelt wird nichts mit Geruch aufbewahrt! Schweiß ist okay...
Sollte man überraschenderweise einem Bären begegnen (er kommt in einiger Entfernung hinter einem Baum hervor), der einen gesehen hat – sofort stehen bleiben.
Den Bären nicht aus den Augen lassen, sich dennoch leicht abwenden und laaaaangsaaaaam weitergehen.
Wir dachten erst als Radfahrer ist es ja leichter, da man nicht so oft in Wäldern direkt unterwegs ist und auf der Straße auch schnell unterwegs ist. Das ist allerdings eher ein Problem.
Ein Bär kann die Situation schlechter einschätzen, wenn er Menschen auf Rädern sitzen sieht. Das macht den Bären unberechenbarer und es kann passieren, das der Jagdtrieb des Bären geweckt wird.
Also absteigen, das Fahrrad hochreißen (mit Gepäck nicht so einfach), sich groß machen und laut rufen.
Kommt der Bär dennoch auf einen zu, hat man zwei Optionen:
Ist der Bär noch ungefähr hundert Meter weit entfernt, können wir eine Art Leuchtpistole verwenden. Die sieht eigentlich aus wie ein Stift und hat eine Aufladung. Ist der Bär zu dicht, kann es passieren, dass das Geschoss hinter dem Bären landet (vielleicht auch wegen des Windes) was den Bären in unsere Richtung treiben würde.
Ist der Bär schon sehr viel dichter, können wir ab einer Reichweite von zehn Metern das sogenannte „Bearmace“ einsetzen. Ein hoch effektives Spray – gilt als Waffe und kann für Menschen tödlich sein.
Das sollte den Bären in die Flucht schlagen. Im Mec Store hat zumindest niemand was anderes behauptet.
Nur von einer Person haben wir gehört, dass es gerade in British Columbia zu Fällen gekommen sein soll, dass Bären davor nicht zurückschreckten, da sie in ihrem Leben bereits Bärenspray abbekamen und sich daher nicht vertreiben ließen.
Außerdem soll der eigentliche Geruch für Bären gar nicht so unattraktiv sein. Man soll sich auf keinen Fall damit einsprühen, geschweige denn seine Sachen oder das Zelt.
Das Spray sollte zu jederzeit griffbereit sein. Im Falle eines Falles, sollte man es binnen weniger Sekunden aktiveren können. Die Leute vergewisserten sich stets, dass wir das verstanden haben.
Als Radfahrer haben wir das Spray in den eigentlichen Trinkvorrichtungen, in denen Radsportler ihre Wasserflaschen haben. Wanderer tragen es vorzugsweise am Gürtel.
Unser Bärenspray hat genau eine Aufladung – es vorher zu testen war also keine Option.
| Unsere Einkaufsliste ... |
Das sind die handfesten Informationen die wir haben. Die Bärensäcke hatten sie leider nicht mehr auf Lager. Sie werden allerdings für uns nach Edmonton bestellt. Bis dahin müssen wir erst einmal ohne auskommen. Aber hey, in Alberta soll es nicht so viele Bären geben.
Auch haben wir gehört, dass es Leute geben soll, die um ihr Lager herum urinieren, aber wir versuchen uns vorerst an die Informationen der Profis zu halten.
Uns hat auch begeistert, wie hier mit uns umgegangen wurde. Wir sind uns durchaus bewusst, dass wir den aufregenden Status des Touristen haben. Dazu auch noch Touristen, die vielleicht einen etwas „aufregenderen“ Urlaub geplant haben und zwangsläufig in viele Gespräche verwickelt werden. Dennoch, die meisten Leute sind so umwerfend freundlich, dass wir manchmal recht sprachlos dastanden und gar nicht wussten, ob dass nun 'ne Redewendung, oder ein Witz gewesen sein sollte.
Verkäufer sprechen einen mit Kumpel an, Fremde auf der Straße haben Lust auf einen Plausch, wir sind glaub ich an keinem Engpass angekommen, wo einem der Vortritt verwehrt wurde und wenn man in einem falschen Laden steht, drucken einem die Verkäufer Tickets mit Adressen aus, wo man das findet, was man sucht.
An Straßen (4-spurig), standen wir zu zweit und unterhielten uns. Auf einmal hielten alle Autos auf allen Spuren an, um uns über die Straße zu lassen. Nicht einmal, nicht zweimal.
Ein Bettler fragte nach ein paar Münzen und sagte im gleichen Atemzug, dass er mit einer Umarmung auch zufrieden wäre. Einige Situationen waren schon etwas unerwartet.
Ansonsten war da noch Mike. Der Mann der unsere Tour erst richtig ermöglicht und wahrscheinlich über unsere eigentlichen Vorstellungen hinweg, noch verzauberte. Die Räder die er uns zusammengebaut hat, waren mehr als wir uns erträumt haben. Wir sind immer mal wieder in seinen Laden reingeplatzt und lernten so auch noch seinen Bruder und seine Mutter kennen. Nicht nur, dass er uns alles über die Räder erklärte, war er auch zu jedem Gespräch zu begeistern. Er machte uns den Aufenthalt in Calgary tatsächlich noch herzlicher, als er ohnehin schon war. An unserem letzten Tag in Calgary, als wir unsere Räder abholen wollten, schraubte er gerade noch die letzten Teile zusammen.
Er hätte die letzten Tage immer wieder mit Kunden, Freunden und Bekannten über uns zwei geredet und unsere Touridee fand wohl viel Begeisterung. Da meinte er: „Warum fahrt ihr eigentlich durch Kanada?“
Wir haben beide herzlichst gelacht, da so unglaublich viel an dieser Frage hing. Als wir darüber sprachen und wir letztlich ziemlich ausholten, haben wir festgestellt, dass es alleine bis hierhin schon ein unglaublich aufregender Weg war. Mike war der Richtige für dieses Gespräch. Ein unglaublich belohnender Gesprächspartner. Er wird uns fehlen, besonders bei dem Gedanken, dass wir ihn wahrscheinlich nie wieder sehen werden.
| Danke, Mike! |
Und da sind sie nun. Unsere Fahrräder. Nur um ein paar Blocks sind wir bisher zu zweit gefahren. Morgen (Dienstag) geht es erst richtig los und gefühlt ist schon so viel passiert (wir fassen hier tatsächlich zusammen). Die Vorfreude kribbelt, wir beide haben unglaublich Bock, endlich aufzubrechen. Endlich raus und unabhängig das Land da draußen entdecken.
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Hier nochmal ein großes Dankeschön an dich Peter. Ohne dich würde das Blog nicht existieren! :)
(Mein Junge, das mache so gerne - auf diese Weise kann ich Dich ein Stück weit begleiten auf Eurer aufregenden Tour!)
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